Die Kraft Guter Fette - Iss Dich Gesund und Glücklich
- heikeklink69
- 12. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Jahrzehntelang wurde Fett als Hauptfeind einer gesunden Ernährung dargestellt. In den 1980er- und 1990er-Jahren galt „Low fat“ als Allheilmittel gegen Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Lebensmittelindustrie reagierte prompt: Fettarme Produkte, dafür mit Zucker oder Stärke angereichert, überschwemmten den Markt. Das Resultat? Die Fettleibigkeitsrate stieg weltweit – und viele Menschen wurden trotz fettarmer Ernährung krank.
Heute wissen wir aus der Ernährungsmedizin: Fett ist lebensnotwendig – und die Qualität entscheidet über seine Wirkung im Körper. Die richtigen Fette können den Stoffwechsel beschleunigen, Entzündungen senken, das Gehirn stärken und sogar beim Abnehmen helfen.
1. Warum Fett für den Körper unverzichtbar ist
Fett ist nicht nur eine Energiequelle. Es erfüllt eine Vielzahl von Funktionen:
Baustein für Zellmembranen
Jede einzelne Körperzelle ist von einer Membran aus Lipiden (Fetten) umgeben. Diese Membran steuert, welche Nährstoffe in die Zelle gelangen und welche Abfallstoffe hinaus transportiert werden. Ihre Stabilität und Durchlässigkeit hängen direkt von der Art der Fette ab, die wir essen.
Hormonproduktion
Steroidhormone wie Östrogen, Progesteron, Testosteron und Cortisol werden aus Cholesterin gebildet. Wer zu wenig oder die falschen Fette aufnimmt, kann in einen Hormonmangel rutschen – mit Folgen wie Zyklusstörungen, Erschöpfung, Gewichtszunahme oder Libidoverlust.
Vitaminaufnahme
Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K können nur in Anwesenheit von Fett absorbiert werden. Ohne Fett in der Mahlzeit bleiben sie für den Körper praktisch unbrauchbar.
Nervensystem & Gehirn
Das menschliche Gehirn besteht zu rund 60 % aus Fett. Die Myelinscheiden, die Nervenfasern umhüllen und isolieren, bestehen aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Hochwertige Fette verbessern die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und können sogar neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer vorbeugen.

2. Der Einfluss guter Fette auf den Stoffwechsel
Fett als Energielieferant
Während Kohlenhydrate primär als schnelle Energiequelle dienen, sind Fette ein konzentrierter, langanhaltender Energieträger. 1 Gramm Fett liefert 9 kcal – mehr als doppelt so viel wie Kohlenhydrate oder Eiweiß (je 4 kcal).
Doch der entscheidende Punkt: Gesunde Fette verursachen keinen rapiden Blutzuckeranstieg. Das verhindert Insulinspitzen, die sonst Fettverbrennung blockieren und Heißhunger auslösen.
Metabolische Flexibilität
Ein Körper, der regelmäßig hochwertige Fette bekommt, entwickelt die Fähigkeit, zwischen Zucker- und Fettverbrennung flexibel zu wechseln. Diese „metabolische Flexibilität“ ist einer der Schlüssel für dauerhaftes Abnehmen, stabile Energie und weniger Hunger.
3. Warum gute Fette beim Abnehmen helfen
Viele Menschen haben Angst, dass Fett automatisch Fettpölsterchen erzeugt. Tatsächlich passiert oft das Gegenteil, wenn die Fettquellen stimmen:
Sättigung
Fette aktivieren die Ausschüttung von Sättigungshormonen wie Cholecystokinin (CCK) und Leptin. Das sorgt für ein längeres Sättigungsgefühl und weniger Zwischenmahlzeiten.
Stabiler Blutzuckerspiegel
Fette bremsen die Aufnahme von Glukose aus dem Darm. So werden Insulinspitzen vermieden, die sonst die Fettverbrennung hemmen.
Ankurbelung der Fettverbrennung
MCT-Fette (Mittelkettige Triglyceride) aus Kokosöl oder MCT-Öl werden nicht in Fettdepots gespeichert, sondern direkt in der Leber zu Energie umgewandelt. Das kann die Ketonkörper Produktion anregen und die Fettverbrennung verstärken.
4. Gute Fette für den Darm
Der Darm ist nicht nur ein Verdauungsorgan, sondern ein komplexes Immunsystem. Gesunde Fette spielen dabei eine Schlüsselrolle:
Entzündungshemmung
Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA) wirken entzündungsmodulierend. Das kann bei Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder chronisch niedriggradigen Entzündungen hilfreich sein.
Schutz der Darmschleimhaut
Buttersäure (Butyrat), die im Darm durch den Abbau von Ballaststoffen entsteht, ist eine kurzkettige Fettsäure, die die Schleimhaut nährt und die Barrierefunktion stärkt.
Mikrobiom-Unterstützung
Einige Fettsäuren, z. B. Laurinsäure aus Kokosöl, wirken antimikrobiell und können ein gesundes Gleichgewicht im Darmmikrobiom fördern.
5. Welche Fette sind empfehlenswert?
Ungesättigte Fettsäuren
Einfach ungesättigt: Olivenöl, Avocado, Mandeln, Haselnüsse
Mehrfach ungesättigt: Omega-3-reiche Öle (Leinöl, Hanföl, Walnussöl)
Gesättigte Fette aus natürlichen Quellen
Kokosöl, Ghee, Butter aus Weidehaltung
Tierische Fette von Tieren aus artgerechter Fütterung (z. B. Weiderind, Lamm)
MCT-Öl
Wird sehr schnell verstoffwechselt, liefert sofort Energie und fördert Ketonkörper Bildung.
6. Fette, die du meiden solltest
Transfette (gehärtete Fette) – z. B. in Margarine, frittierten Lebensmitteln, industriellen Backwaren
Stark verarbeitete Pflanzenöle – z. B. billiges Sonnenblumenöl, Sojaöl, Maiskeimöl (hoher Omega-6-Anteil, fördert Entzündungen bei Übermaß)
Billige Fertigprodukte mit „pflanzlichem Fett“ als Zutat ohne Herkunftsangabe
7. Fazit
Gute Fette sind nicht nur Energiequelle, sondern ein essenzieller Bestandteil jeder gesunden Ernährung. Sie fördern die Hormonbalance, stärken das Nervensystem, schützen den Darm und helfen beim Abnehmen.
Statt Fett zu verteufeln, sollten wir lernen, zwischen schädlichen und wertvollen Fettquellen zu unterscheiden – und Letztere bewusst und regelmäßig in unsere Ernährung einzubauen.
Vielen dank für deine Aufmerksamkeit
Ernährungs-Coach & Darmberaterin
Heike Klink

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