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Was wir von Ayurveda lernen können


Ein Vortrag über die älteste Gesundheitslehre der Welt – und ihre erstaunliche Relevanz für unser modernes Leben


Stellen Sie sich vor, Sie müssten nie wieder eine Diät machen, keine Symptome unterdrücken, keine komplizierten Gesundheitsratgeber wälzen – sondern könnten auf ein Wissen zurückgreifen, das seit über 3000 Jahren weitergegeben wird. Ein Wissen, das nicht auf Kontrolle, sondern auf Balance beruht. Nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen in den eigenen Körper.


Dieses Wissen heißt Ayurveda – die älteste überlieferte Heilkunst der Welt, die in Ländern wie Indien, Nepal oder Sri Lanka seit Jahrtausenden gelebt wird. Und auch wenn es bei uns oft als „Trend“ erscheint, so ist Ayurveda in Wirklichkeit eine tief verwurzelte Lebensphilosophie. Eine, die uns lehrt, auf uns selbst zu hören – und nicht gegen den Körper zu arbeiten, sondern mit ihm.



Was ist Ayurveda?


Ayurvedische Kräuter

Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich: „Wissenschaft vom Leben“. Und das ist es auch – keine Diät, kein Dogma, sondern eine ganzheitliche Lehre über Gesundheit, Ernährung, Lebensrhythmen, Kräuterheilkunde, Bewegung und geistige Balance.


Im Zentrum steht die Idee, dass jeder Mensch einzigartig ist – mit seinem ganz eigenen Bauplan, seiner eigenen Konstitution, seinen eigenen Bedürfnissen. Und genau hier kommt das Prinzip der Drei Doshas ins Spiel:


  • Vata – das Bewegungsprinzip, geprägt von Luft & Äther

    → Typisch: kreativ, sensibel, aber auch nervös oder kälteempfindlich

  • Pitta – das Feuerprinzip, zuständig für Stoffwechsel & Transformation

    → Typisch: zielstrebig, leidenschaftlich, aber auch reizbar oder hitzig

  • Kapha – das Strukturprinzip, geprägt von Erde & Wasser

    → Typisch: ruhig, stabil, fürsorglich, aber auch träge oder schwer



Wir alle tragen alle drei Doshas in uns – doch oft ist eines oder zwei besonders dominant. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance – durch Stress, falsche Ernährung, Überforderung oder Reizüberflutung – dann zeigt sich das früher oder später: in Verdauungsstörungen, Müdigkeit, hormonellen Schwankungen oder emotionaler Unruhe.


Ayurveda setzt nicht auf Symptombekämpfung, sondern auf Ursachenforschung. Nicht das Symptom steht im Vordergrund, sondern die Frage: Warum hat der Körper das getan? Was ist aus dem Gleichgewicht geraten?


Und das macht Ayurveda so besonders:

Es wird nicht mit Chemie, sondern mit Gewürzen, Ritualen und natürlichen Substanzen gearbeitet.

Wenn Medikamente eingesetzt werden, dann meist in Form von Heilpflanzen, Ölen oder Wurzeln – aus der Natur, für die Natur.



Wie wir Ayurveda in unseren Alltag integrieren können


Ayurveda ist keine Lehre für Menschen mit viel Zeit – sondern für Menschen, die gut leben wollen. Ganz konkret kann das so aussehen:



Der ayurvedische Morgen


Der Start in den Tag ist im Ayurveda heilig – denn er bestimmt die Energie des ganzen Tages. Einige einfache, aber kraftvolle Rituale sind:


  • Zungenschaben: um über Nacht ausgeschiedene Toxine zu entfernen

  • Ölziehen: ein Teelöffel Sesam- oder Kokosöl wird im Mund hin und her bewegt – stärkt die Schleimhäute, entgiftet und sorgt für einen klaren Kopf

  • Ayurvedisches Wasser: morgens warmes Wasser, das zuvor 10 Minuten gekocht wurde – beruhigt den Magen, weckt das Verdauungsfeuer (Agni)

  • Leichte Bewegung oder Yoga: nicht leistungsorientiert, sondern aktivierend

  • Achtsamkeit: 5 Minuten Stille, ein Gebet, eine Atemübung – um den Tag bewusst zu begrüßen



Typgerechtes Essen


Im Ayurveda ist nicht nur entscheidend, was wir essen, sondern auch wann und wie. Die Nahrung soll warm, leicht verdaulich und auf den Dosha-Typ abgestimmt sein. Das bedeutet:


  • Vata-Typen brauchen Erdung: warme Suppen, Gewürze wie Zimt, Ingwer, Fenchel

  • Pitta-Typen brauchen Kühlung: bittere Gemüsesorten, Kurkuma, frische Kräuter

  • Kapha-Typen brauchen Anregung: viel Gewürz, leichtes Frühstück, wenig Süßes


Das Ziel: Agni – unser Verdauungsfeuer – in Balance halten. Denn im Ayurveda gilt: Ist die Verdauung stark, ist der Mensch gesund.


In Ländern, in denen Ayurveda gelebt wird, sieht man es deutlich: Menschen sind bis ins hohe Alter beweglich, wach, gesund und klar im Geist.

Sie essen regelmäßig, einfach, frisch. Sie leben mit den Rhythmen der Natur – und nicht gegen sie.

Sie glauben nicht, dass es für jedes Symptom eine Pille geben muss – sondern sie vertrauen auf den eigenen Körper, auf die Signale des Bauchgefühls, auf jahrtausendealte Erfahrung.


Genau das dürfen wir uns wieder zurückholen.


Ayurveda ist kein Wundermittel. Aber es ist ein Weg, der uns erinnert:


Gesundheit ist kein Zufall. Sondern tägliche, liebevolle Entscheidung.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit

Ernährungs-Coach & Darmberaterin

Heike Klink



 
 
 

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